Die Zeitschrift

Für Abonnenten

 

 

Ceterum Censeo

 

Endlich: Eine Verantwortungsabgabe für Bundesbürger und Banken

 

 



LF – Köln, 1. April 2010: Wie Cato aus gut informierten Kreisen einiger leitender Beamter aus dem Bundespräsidialamt erfahren hat, die vor kurzem aus ihrem Amt ausgeschieden sind, haben diese einen alternativen Referentenentwurf eines Steuerreformgesetzes 2010/2011 erstellt, der unlängst in Teilen auch schon von Bundespräsident Horst Köhler in das politische Gespräch gebracht worden ist. Darin wird ein hoch wirksamer Beitrag zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte gesehen, wie er nach dem Einspringen des Steuerzahlers für realisierte Risiken durch systemrelevante Bankhäuser nötig geworden ist: die neue „Verantwortlichkeitsabgabe“ für Banken und Bundesbürger.

Neben den bereits bekannt gewordenen Reformimpulsen geht es vor allem um Rechts- und Steuersubjekte wie Banken und Bürger, die größere Risiken eingehen. In einer ersten Stufe soll eine Bilanzsummensteuer zwischen 0,07% bis 0,1% für Bankhäuser erhoben werden, was bereits von den Sparkassen sehr begrüßt wurde. Diese würden dann von einer „Überforderungsklausel“, die ein Entkommen von der Abgabe ermöglicht, vermehrt Gebrauch machen können.

In einer zweiten Stufe möchte der Referentenentwurf aber die Mineralölsteuer pro Liter auf 3, 87 € erhöhen. Nach einer aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofs ist die Entwicklung der Ölpreise nicht mehr an die in letzter Zeit gesunkenen Gaspreise gebunden. Nunmehr ist also der Weg frei geworden, autofahrende Umweltsünder stärker in die Verantwortung zu nehmen und auf Fahrradwege umzuleiten.

Als „Masterplan“ ist ferner eine grundlegende Einkommensteuer-Tarifreform konzipiert worden. Die seit Jahren bewährte kalte Progression des Einkommensteuertarifs soll entsprechend der Länge dieses Winters weiter ausgedehnt und der sog. Mittelstandsbauch mit Rücksicht auf die Wahlen am 9. Mai 2010 in Nordrhein-Westfalen deutlich angefüttert werden. Der noch amtierende Ministerpräsident, der mit dem Bundespräsidenten in lebhaftem Gedankenaustausch steht, hatte dies verklausuliert im März 2010 schon angedeutet, als er betonte, er würde nur einer solchen Steuerreform zustimmen, die nicht zur Schließung von Schwimmbädern und Kindergärten in Ländern und Kommunen führen wird. Dies konnte kurz vor seiner Ablösung gefahrlos der interessierten Fachöffentlichkeit mitgeteilt werden. Länder und Kommunen sind nach Auswertung eines Ideenwettbewerbs auf der Internet-Plattform www.openinnovators.de inzwischen zu einem Sanierungskonzept in jährlicher Millionenhöhe vorgestoßen: Wegen des großen touristischen Andrangs nicht zuletzt in täglichen Sonderzügen aus der Bundeshauptstadt nach Bochum und Erfurt haben sich inzwischen diese Städte – wie schon viele andere – entschlossen, eine Hotelbettensteuer einzuführen. Ob davon auch Wasserbetten betroffen sein werden, wird derzeit noch in einer Mikrosimulation geprüft.

Cato schlägt ergänzend vor, Genussscheine auf Ministerpräsidentenbesuche an Messeständen durch Landesbanken auszugeben und eine Sonderabgabe auf Fernseh-Container- und Castingshows zu erheben.

Kostenloses Probeabo

 

Jetzt 4 Ausgaben kostenlos testen

Herrmann/Heuer/Raupach

 

Herrmann/Heuer/Raupach. Jeder kennt ihn, keiner sollte in Ertragsteuerfragen auf ihn verzichten. Deshalb: Testen Sie den renommierten Großkommentar jetzt 4 Wochen lang zum Nulltarif und überzeugen Sie sich von seiner großen Klasse und Aktualität!

Jetzt testen! 4 Wochen lang zum Nulltarif!